Kolping

Erst platzieren, dann trainieren

BTZ Gütersloh feiert 15. Geburtstag

Landrätin Ulrike Boden gratuliert für den Kreis Gütersloh dem Leiter des BTZ, Rolf Haug-BenienAuffenberg, KBW Jeder Mensch habe etwas, das ihn antreibt, sagte etwa die stellvertretende Landrätin Ulrike Boden. Dieser aktuelle Slogan eines Kreditinstituts gelte nicht für Podolsky, Boateng, Cacau oder Löw, sondern auch für die Menschen im BTZ, Klienten, Mitarbeiter, Leiter oder Kooperationspartner. „Ich bin mir sicher, die Werbefachleute hätten den Film auch heute hier im BTZ mit Ihnen allen drehen können.“ Boden ist neben ihrer politischen Amt Geschäftsführerin der AWO und bot in dieser Funktion weiterhin Unterstützung an. „Die Praktikanten, die wir seit zehn Jahren vom BTZ bekommen, die zur Wiedereingliederung ein Praktikum machen, nehmen wir gern – und haben auch schon Leute übernommen.“

Das BTZ begleitet Menschen, die nach einer psychsichen Erkrankung auf dem Weg der Gesundung sind, zurück ins Arbeitsleben und hilft ihnen, einen Arbeitsplatz zu finden, der sie nicht erneut krank, sondern stabil macht. Was diese Arbeit mit der Idee Adolph Kolpings zu tun hat, der sich im 19. Jahrhundert um die Gesellen kümmerte erläuterte Rüdiger Paus-Burkard, Geschäftsführer der Kolping-Bildungszentren. Das Hauptanliegen Adolph Kolpings sei es gewesen, Menschen, gleich welchen Alters, die Chance zu geben, sich ihren Fähigkeiten entsprechend einen Platz im Leben, gerade auch im Berufsleben zu schaffen. „und das ist auch unser Anliegen heute“, so Paus-Burkard. Anknüpfend an die Stärken und Kompetenzen des Einzelnen „gestalten wir mit ihm einen individuellen Lehrgangsverlauf, um in angemessenen Förderschritten eine erfolgreiche persönliche und berufliche Weiterentwicklung zu erzielen“.

Zu den wichtigen Kooperationspartnern des BTZ gehört die Bernhard-Salzmann-Klinik in Gütersloh. Deren Chefarzt Dr. Ulrich Kemper erläuterte, das außergewöhnliche am Konzept der Kolping-Einrichtung sei, dass es keine eigenen Werkstätten gebe. Es werde nach dem zunächst irritierenden Prinzip „Erst platzieren, dann trainieren“ gearbeitet. „Hier werden Menschen nicht in Trainingswerkstätten angelernt, um dann im richtigen Leben zu bestehen“, so Kemper, „sie werden gleich in der realen Arbeitswelt platziert und dort begleitet.“ Dieses Prinzip könne auch im Fußball gelten, meinte er. „Wo macht das Fußballspielen mehr Spaß: in der Kreisliga oder bei Arminia Bielefeld?“ fragte Kemper und gab gleich selbst die Antwort: bei beiden gleich. Die Arbeit des BTZ bestehe nun darin, herauszufinden, wo jemand hingehöre, wo er mit Spaß dabei sein könne: in die Kreisliga oder zu Arminia Bielefeld.

Über die Nöte des Alltags einer berufstätigen Frau philosophierte abschließend die bekannte Kabarettisten Barbara Ruscher. Zuhause putzen sei nicht das Problem, klagte sie, putzen lassen müsse man können. Sie jedenfalls habe seit kurzem eine Putzfrau namens Olga. „Und die saugt so gründlich, ich habe schon den dritten Hamster gekauft…“

Quelle: http://www.kolping-bildung-paderborn.de

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